31. Mai 2017

Hack IT hard: Als Coach bei der InsurTech Week des STARTPLATZ Köln

Die InsurTech Week des Start-Up Inkubators STARTPLATZ war wieder eine tolle Gelegenheit neue Ideen und Entwicklungen der Versicherungsbranche kennenzulernen und kreativen Köpfen bei der Arbeit über die Schulter zu sehen. Während ich in der IT der Zurich Versicherung im Umfeld der Agentur und Kunden Frontendsysteme arbeite, durfte ich hier die Teilnehmer als Coach unterstützen.  

Austragungsort des Hackathons zur Entwicklung neuer Versicherungsideen war die „Wohngemeinschaft“ – ein Youth Hostel in Köln, welches auch Veranstaltungsräume und Restaurant bietet. Die Teamräume sind alle unterschiedlich gestaltet, manche im Retro-Style, andere modern und hip, alle mit den notwendigen technischen Ausstattungen, um einen Hackathon auszurichten. Drei der Teams hatten sich bereits im Vorfeld „gefunden“, das vierte Team sich erst dort konstituiert. Diese vier Teams bestanden überwiegend aus Young Professionals oder Studenten, in der letzten Phase Ihres Studiums.

Hack IT hard! Wie sieht die Versicherungswirtschaft in der Zukunft aus? 

Für die Teams ging es darum, Ideen für neue Versicherungsformen, Kundenerlebnisse oder Prozesse zu entwickeln. Dazu standen Ihnen während der ganzen Zeit Mentoren aus der Versicherungswirtschaft, z.B. der Zurich Versicherung, AXA oder Gothaer für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

Foto © STARTPLATZ

Die vier Teams arbeiteten zunächst am Freitag und Samstag zwischen 10:00 und 20:00 Uhr intensiv, dabei wurden sie durch das Team der Wohngemeinschaft und von den Mitarbeitern des STARTPLATZ erstklassig betreut. Dann um Samstag, 17:10 Uhr war es soweit: Im Rahmen des allgemein üblichen Pitchverfahrens präsentierten sie ihre Ideen den Gästen, anderen Teams und der Jury. Kriterien für die Bewertung waren dabei die Innovationskraft, Ausführung der Programmierung, Markttauglichkeit und der allgemeine Eindruck.

Foto © STARTPLATZ
Foto © STARTPLATZ

 

 

 

Alexa und der Vorführeffekt

Die erste Idee beschäftigte sich mit Amazon Alexa und dem Echo. Hier wurde die Spracherkennung von Alexa mit IBM Watson kombiniert, um die komplexen Texte der Versicherungsbedingungen leichter verfügbar zu machen. Eine Frage an Alexa und schon antwortete die Dame aus der Box mit der entsprechenden Textpassage und sagt dem Fragenden, ob etwas versichert ist oder Was bei einem Leistungsfall zu tun ist.

Die Vorstellung im Pitch ist gut gelungen, leider hat Alexa keine sinnvollen Antworten geben wollen – es war der berühmte Vorführeffekt, der eingetroffen war. Nichtsdestotrotz bewies das Team hier ein gutes Teamwork und eine Idee, die unter dem Stichwort Komplexitätsreduzierung gerade viel Fahrt in der Branche gewinnt.

Mit wenigen Clicks den Diebstahl melden

Das zweite Team entwickelte eine Datenspeicherung in der Cloud für Hausratsgegenstände. Ausgehend vom Versicherungsschutz für Fahrräder über die   Hausratversicherung sollte jeweils ein Foto vom Fahrrad, von der Rechnung und von der Rahmennummer hochgeladen werden. Der Einschluss in die Versicherung wurde daraufhin sofort bestätigt. Wird das Fahrrad gestohlen, könnte die Schadenmeldung an die Versicherung per Knopfdruck aus der eigenen Inventarliste erfolgen. Im Zentrum der Idee stand hier die Prozessoptimierung der Kundenfokussierung. Eine gute Idee, die im Pitch live, auf Programmiercodes der vergangenen zwei Tagen funktionsfähig lief. Eine Schnittstelle zu einem Versicherer wurde für eine erste Weiterentwicklungsstufe vorgesehen.

Anpassbarer Versicherungsschutz mit voller Preistransparenz

Team drei hatte sich einer Portallösung „Cover.me“ gewidmet: Hier ging es um ein unabhängiges Produktportal (per App) in dem individuelle Absicherungen unabhängig vom Versicherer zusammengestellt werden können, á la „mein Fahrrad versichere ich bei der Zurich Versicherung, mein MacBook über die AXA“, etc. Das biete vollständige Preistransparenz, anpassbaren Versicherungsschutz in Bezug auf die aktuellen, individuellen Risiken und Produktpreise wären wie bei einem Auktionsmodell innerhalb von Minuten automatisch regulierbar. Die Versicherer hätten hier die Möglichkeit, per dynamic pricing auf Kundenanfragen zu bieten.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

#Asktom, die vierte Lösung, basierte auf einer Bild- und Spracherkennung. Hier kann der Kunde über Google Sprachassistenten Fragen stellen und durch den Upload von Bildern seinen Versicherungsschutz checken und Schäden melden. Ein Foto, z.B eines Autoschadens, wird hierbei durch eine Bilderkennung (IBM Visual Recognition) bewertet und inkl. der Meldung des Schadens an die Versicherung geschickt. Den Proofpoint bildete ein Foto vom gleichen Wagen-Typ in einer unbeschädigten Variante.

Foto © STARTPLATZ

Einen potentiellen Versicherungsbetrug kann die Maschine dadurch erkennen. Einen Apfel konnten Sie so von einem Apple unterscheiden. Insgesamt also eine gute Zusammensetzung von unterschiedlichen technischen Möglichkeiten zu einem sehr guten Assistenten. Darüber hinaus lieferte das Team eine passende und runde Präsentation.

Beeindruckend ist die Reife der zum guten Teil sehr jungen Kandidaten, sowohl in technischer aber auch kommunikativer Hinsicht. Hier zeigte sich bereits große Gründer-Kultur und -Wille. Natürlich sind solche potentiellen Kandidaten nicht an einer Festanstellung in der Versicherungswirtschaft interessiert. Hier sind wir als etablierter Versicherer gefragt, Kooperationsmodelle aufzubauen oder Services einzukaufen.

Großartige Ideen und tolle Sieger

Die Jury beriet sich kurz und kürte unter all diesen tollen Ideen den finalen Sieger: #asktom. Einen zusätzlichen Preis stiftete die  Zurich Versicherung in Form von zwei Vier-Tage-Pässe für das 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Die Gewinner des Zusatzpreises entschied der Ausrichter in Abstimmung mit der Zurich Gruppe Deutschland in einer Verlosung unter allen Teilnehmern. Die junge Gewinnerin freute sich über den Sonderpreis mit einem breiten Grinsen. Offensichtlich haben wir als Zurich ihr eine große Freude machen können.

Natürlich haben wir von Zurich großes Interesse am Thema Innovation in der Versicherungsindustrie. Besonders spannend war es daher, dass  wir als Vertreter der Zurich Gruppe Deutschland in unterschiedlichen Rollen den Hackathon begleiten durften. So stellen wir einen Team-Teilnehmer (Malte Anthes), einen Coach (Oliver Dohm) und einen Juror (Marc Eichborn) bei der Veranstaltung. Der Hackathon rundete die ohnehin gelungene InsureTech Week Cologne des Start-Up Inkubator STARTPLATZ ab. Es waren zwei spannende Tage in der „Wohngemeinschaft“, Teilnehmer und wir von Zurich nehmen wieder wichtige Impulse aus diesem Event mit. Eine Wiederholung der Veranstaltung ist aus unserer Sicht sehr sinnvoll, denn ein Hackathon ist immer eine Ideenschmiede, die interessante Einblicke in das technisch Mögliche, aber vor allem eine Sammlung von neuen Produkt- und Vertriebsideen bietet. Wir freuen uns auf das nächste Mal!

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Oliver Dohm

Dieser Artikel wurde von Oliver Dohm geschrieben.

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