29. Mai 2017

Zukunft der Versicherungen: Zurich zu Gast beim Future.Talk

 

Foto © Institut für Versicherungswirtschaft Universität St. Gallen

“Das Ohr immer am Markt“ – so lautet ungefähr meine Aufgabe als Champion Head bei der Zurich Versicherung. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Identifizierung zukünftiger Technologien, Trends der Digitalisierung und was die InsurTech-Unternehmen damit vorhaben.

Im Rahmen der Future.Talks des Instituts für Versicherungswirtschaft (I.VW) St. Gallen, in Kooperation mit der SwissRe, ging es um den vielzitierten “disruptiven Charakter” von InsurTechs. Hier traf ich Anfang Mai in der Schweiz viele Kolleginnen und Kollegen anderer Versicherer und Vertreter der Start-Up Szene zu einem inspirierenden Austausch.

 

InsurTechs als treibende Innovationskraft 

Basierend auf der brandneuen Studie des I.VW der Universität St. Gallen stellte Dr. Florian Schreiber die aktuellen Forschungsergebnisse sowie die alten und neuen Akteure im Versicherungsmarkt und auch das mögliche Zusammenspiel unter ihnen vor.

Andreas Schertzinger, SwissRe
Foto © Institut für Versicherungswirtschaft Universität St. Gallen

Die Sicht eines Rückversicherers auf dieses Thema nahm Andreas Schertzinger von der SwissRe ein: Er zeigte auf, wie neue technische Möglichkeiten, wie z.B. Fitnesstracker, zukünftig helfen können Risiken anders oder neu zu beurteilen und so auch neue Versicherungslösungen ermöglichen. Gleichzeitig biete die fortschreitende Digitalisierung der gesamten Customer Journey, also dem Kundenerlebnis, vollkommen neue Interaktionsmöglichkeiten zwischen Kunden, Vertriebspartnern und Versicherungs-unternehmen.

Dies helfe, die Kundenbedürfnisse noch weiter zu befriedigen. InsurTechs bergen hier eine große Chance, die Kundenbindung zu erhöhen, indem sie Lücken in der bisherigen Customer Journey schließen bzw. optimieren würden.

 

Verstehen Sie Kunden?

Wie sich das Zusammenspiel aller Akteure im Versicherungsmarkt so optimieren lässt, dass am Ende alle Beteiligten einen Mehrwert haben,

Julian Teicke, CEO wefox
Foto © Institut für Versicherungswirtschaft Universität St. Gallen

zeigte der Vortrag von Julian Teicke, CEO vom Start-Up wefox, der mit sehr großer Leidenschaft für das Erfüllen von Kunden- und Vertriebsbedürfnissen plädierte. Auch er bewertet InsurTechs eher als treibende Innovationskaft bestehender Prozesse und weniger als disruptiv wirkend.

Dies unterstrich auch Minh-Q-Tran, einer der führenden InsurTech-Influencer, in seiner Analyse bestehender Tech-Unternehmen im Umfeld von Versicherungen: Aus heutiger Sicht seien InsurTechs Unternehmen mit einem Technikansatz, die grundsätzlich in der Lage sind, disruptiv auf die Versicherungslandschaft zu wirken – allerdings stünden alle Unternehmen erst am Anfang. Großen Einfluss sieht er in den Möglichkeiten, Kunden besser zu verstehen und so ihre Bedürfnisse zu identifizieren und alle Prozesse (z.B. mit CRM-tools) daran auszurichten. „Disruption“ als solche sieht Minh-Q-Tran auch eher als Prozess.

 

Disruptiv – eine Chance!

Sowohl die Diskussion mit Branchenkollegen am Rande der Tagung als auch die abschließende Podiumsdiskussion bestärkte mich mal wieder, dass die Berücksichtigung von neuen Marktteilnehmern äußerst wertvoll ist. Nicht nur die technischen Lösungen zeigen vollkommen neue Möglichkeiten für unsere Branche. Auch die absolute Kundenfokussierung und das konsequente „End-to-End“- Denken werden die langfristigen Erfolgsfaktoren sein.

Disruptiv ist hier keine Gefahr, sondern vielmehr eine Chance, die es zu erkennen und zu nutzen gilt. Das macht für mich persönlich die Arbeit im Versicherungsumfeld und speziell bei der Zurich Versicherung noch einmal sehr spannend!

Foto © Institut für Versicherungswirtschaft Universität St. Gallen

 

 

Future.Talk ist eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen. Weitere Infos und Impressionen des Events gibt es auf der Website des Swiss Re Instituts

InsurTech beschreibt allgemein Unternehmen, die moderne, technologische Lösungen im Versicherungsbereich entwickeln. Hier gibt es diverse Ausprägungen von reinen Vergleichsplattformen, Vertriebsportale und Unternehmen, die vom Antrags- über den Verwaltungs- bis hin zum Schadenprozess agieren.

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Jörg-Tobias Hinterthür

Dieser Artikel wurde von Jörg-Tobias Hinterthür geschrieben.

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