30. November 2021

In die richtigen Bahnen gelenkt: Resilience Solutions für die AUDI AG

Mit einer Reihe innovativer Hochwasserschutzmaßnahmen in einem Werk der AUDI AG in Neckarsulm, ein Tochterunternehmen des Volkswagen-Konzerns, haben wir dem Automobilkonzern geholfen, die Produktion durch verschiedene Extremwetterszenarien im wahrsten Wortsinne „über Wasser“ zu halten.

Im Mai 2016 ergossen sich sintflutartige Regenfälle über ganz Europa. Innerhalb weniger Stunden traten Flüsse über die Ufer und auf dem gesamten Kontinent richteten die heftigen und langanhaltenden Regenfälle verheerende Schäden an.

Im Baden-Württembergischen Neckarsulm sorgten die Regenfälle dafür, dass kleine Bäche innerhalb kurzer Zeit zu reißenden Strömen wurden und eine Produktionsanlage der Audi AG, einem unserer Kunden, überfluteten. Die Wassermassen überfluteten Teile des Werksgelände, erodierten einen Bahndamm und ergossen sich samt Schlamm und Geröll schließlich in den Werkshallen, worauf die Produktion zum Erliegen kam.

Stärkung der Resilienz für die Zukunft

Da Wetterereignisse wie dieses – möglicherweise getrieben durch die Auswirkungen des Klimawandels – immer häufiger auftreten werden, hat sich die AUDI AG dazu entschlossen ihre Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser zu verbessern und präventiv zu handeln. Es wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, die nicht nur ihr Werk vor Sturzfluten schützen sollen, sondern auch ihre Mitarbeitenden und die umliegende Gemeinde. Dazu wurden aufblasbare wassergefüllte Barrieren in und um das Gelände herum angeschafft. Diese können Hochwasser sicher von der Produktionsstätte der örtlichen Gemeinde in ober- und unterirdische Entwässerungsrinnen ableiten, wodurch das Überflutungsrisiko für angrenzende Grundstücke reduziert wird. Damit wird dazu beigetragen, dass bei künftigen Starkregenereignissen nicht nur das Risiko eines Produktionsausfalls für den Automobilhersteller reduziert wird, sondern auch eine potenzielle Schadensumme minimiert.

Dies ist nicht nur ein gutes Beispiel dafür, wie man intelligentes Risk-Engineering so einsetzen kann, dass man zu einer Win-Win-Situation sowohl für den Kunden als auch für den Versicherer kommen kann. Wir haben hier spartenübergreifend zusammengearbeitet und im engen Schulterschluss zwischen dem Risk-Engineering und Schadenbereich von Zurich sowie mit unserem Kunden gemeinsam eine intelligente und wirksame Lösung erarbeitet.

Auch über die potenzielle Betroffenheit des Kunden AUDI AG hinaus haben wir gedacht. So wurde mit vielen verschiedenen privaten Unternehmen und Behörden zusammengearbeitet, um verbesserte Hochwasserschutzmaßnahmen zu konzipieren und umzusetzen. Das Risikomanagement von Unwetterereignissen kann am Werktor nicht aufhören. Deshalb wurden Bach- und Bahndämme verstärkt, zwei zusätzliche Hochwasserrückhaltebecken angelegt, ein neues Frühwarnsystem entwickelt und Hochwasserübungen der Werkfeuerwehr gemeinsam mit den öffentlichen Feuerwehren durchgeführt. Dabei hat die AUDI AG eng mit Behörden, Fachingenieuren, lokalen Rettungsdiensten und Grundeigentümern und natürlich mit der Zurich Versicherung zusammengearbeitet. Am Ende wurden das Werk und die Umlandgemeinde Neckarsulm sicherer gemacht.

Proof of concept

Die im Nachgang zum Starkregen im Jahr 2016 getroffenen Maßnahmen klangen in der Theorie vielversprechend. Doch waren sie auch geeignet die gesetzten Hoffnungen zu erfüllen? Den Beweis musste das ausgeklügelte Resilience Konzept am Abend des 07. Juni 2021 erbringen, als heftige Regenfälle erneut das AUDI Werk in Neckarsulm trafen.

Unser Ziel war es, einen ähnlichen Schaden wie in 2016 zu verhindern. Das ist uns gelungen, denn die Hochwasserschutzmaßnahmen haben gehalten. Eine hervorragende Arbeit unseres Underwriting-Teams der Zurich Gruppe Deutschland, das sich beispielsweise auch darum kümmert, die örtlichen Rettungsdienste zu alarmieren und die aufblasbaren Barrieren einsatzbereit zu machen. Die Wassermassen wurden in die richtigen Bahnen gelenkt und zusammen mit den verstärkten Bach- und Bahndämmen sowie neuen und bestehenden Rückhaltebecken entlang der Sulm verhinderten diese Maßnahmen diesmal wirkungsvoll eine Überflutung des Geländes.

Auch Wetterereignisse, wie zuletzt das Starkregenereignis „Bernd“, das im Sommer 2021 über Europa hinwegfegte, zeigen die Notwendigkeit, Risiken und Schutzmaßnahmen kontinuierlich zu bewerten. Die Schäden am Standort waren minimal – unser Konzept hat sich bewährt. Gemeinsam mit Volkswagen Insurance Brokers prüfen wir nun, wie wir unsere gewonnenen Erkenntnisse und Risikoeinblicke auf andere Standorte im Volkswagen Konzern übertragen können. Hier zeigt sich, wie wertvoll es ist, eine langfristige und von Vertrauen geprägte Beziehung zu einem Kunden zu haben. Das ist eine wechselseitige Beziehung und wir sind entschlossen, uns jetzt und auch in Zukunft gegenseitig zu unterstützen.

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Petra Riga-Müller

Dieser Artikel wurde von Petra Riga-Müller geschrieben.

Head of Commercial Insurance der Zurich Gruppe Deutschland

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