12. April 2022

Planet Hero Award 2022: Drei Jurymitglieder im Interview

Von links nach rechts: Boris Herrmann, Dr. Carsten Schildknecht und Dr. Katharina Reuter

Im zweiten Jahr sucht die Jury des Planet Hero Awards 2022 nach spannenden Nachhaltigkeits-Projekten in den Kategorien „Ozean- und Gewässerschutz“, „Klimaschutz“ und „Biodiversität“. Gemeinnützige Vereine, Bildungseinrichtungen oder auch Privatpersonen können sich bis zum 31. Juli 2022 auf Zurich.de/planethero für Fördergelder in Höhe von insgesamt über 200.000 Euro bewerben. Die Projekte, die sie am meisten beeindrucken, kürt sie zu den Planet Heros 2022. Im Interview haben wir drei Jurymitglieder gefragt, warum sie sich für den Award engagieren und wie Bewerber sie mit ihren Ideen und Initiativen begeistern können: Dr. Carsten Schildknecht, CEO der Zurich Gruppe Deutschland; Boris Herrmann, Sportsegler und seit 2021 Klimabotschafter von Zurich sowie Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft (BNW e.V.).

Carsten, wieso habt ihr bei Zurich den Planet Hero Award ins Leben gerufen? Und an Katharina und Boris: Wie kam es dazu, dass ihr euch in der Planet Hero Award-Jury engagiert?

Carsten: Nicht nur der jüngste Bericht des Weltklimarates, sondern auch die sich häufenden Extremwetterereignisse haben deutlich gemacht: Es ist Zeit zum Handeln! Als Versicherer wollen wir hier Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit unseren Kunden den Klimawandel als strukturelle Herausforderung wahrnehmen. Nachhaltigkeit darf dabei nicht ideologisch isoliert, sondern muss gemeinsam mit den komplexen Herausforderungen der Zeit diskutiert werden. Dies erfordert eine technologieoffene Diskussion, die auch die Interdependenzen in einem komplexen gesamtwirtschaftlichen und politischen Kontext berücksichtigt. Wir wollen den Weg in eine nachhaltigere Welt daher nicht mit einem Mehr an Verboten, sondern mit einem Mehr an Möglichkeiten gehen. Dafür brauchen wir kreative und innovative Ideen, die wirksam sind, gleichzeitig für nachhaltiges Handeln begeistern und eine breite Zustimmung für das Thema Nachhaltigkeit erzeugen.

Katharina: Zurich ist Mitglied im Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft und ich finde die Ziele superwichtig, die sich hier das Unternehmen setzt. Bei der Konzeption des Planet Hero Awards habe ich gern unterstützt, weil gute Projekte und neue Ideen immer auch auf Sichtbarkeit angewiesen sind. Der Award leistet genau das: Er richtet das Scheinwerferlicht auf Projekte, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, Biodiversität fördern oder die Ozeane schützen.

Boris: Die Zurich Gruppe Deutschland zeigt mit konkreten Klimamaßnahmen und ehrgeizigen Klimazielen deutlich, dass sie Nachhaltigkeit ernsthaft und mit hoher Priorität verfolgt. Ein Thema, das mir auch selbst sehr am Herzen liegt. Deshalb haben wir uns im letzten Jahr gemeinsam dazu entschlossen, unsere Kräfte zu bündeln und gemeinsam für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren. Ich freue mich daher sehr, zum zweiten Mal in diesem Rahmen als Jurymitglied den Planet Hero Award zu begleiten. Mit dem Award erhöhen wir die Aufmerksamkeit auf das Thema Nachhaltigkeit und helfen Projekten dabei, hier konkrete Lösungsschritte für den Umweltschutz umzusetzen.

Womit können euch Projekte beeindrucken und was hat euch an den Siegerprojekten im Vorjahr am meisten begeistert?

Katharina: Mich beeindrucken Projekte immer dann, wenn sie vor den Riesen-Herausforderungen unserer Zeit nicht die Augen verschließen, sondern aktiv an Lösungen arbeiten. Bei den Siegerprojekten 2021 fand ich besonders den Innovationsgrad bei der kreativen Arbeit mit neuen Materialien und/oder neuen Technologien bemerkenswert.

Boris: Als Segler habe ich natürlich ein Auge für Projekte, die das Ökosystem unserer Ozeane schützen, denn unsere Meere haben einen großen Einfluss auf das globale Klima und die Art, wie wir leben. Außerdem sind sie selbst stark von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen. Gesunde Korallenriffe zum Beispiel bieten vielen Meeresarten Schutz und schützen unsere Küsten vor Erosion. Wir sehen bereits, wie der Klimawandel die Wassertemperaturen in den Ozeanen erhöht, den PH-Wert verändert und damit das natürliche Gleichgewicht zerstört. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies auch direkte Auswirkungen auf das globale Wetter hat. Ich bin sehr beeindruckt von Projekten, die dazu beitragen, diese Auswirkungen des Klimawandels abzumildern und dem Meereslebewesen die Möglichkeit zu geben, sich zu regenerieren. Die Folgen des Klimawandels zeigen aber auch, dass kein Teil der Welt losgelöst von anderen ist, alles ist miteinander verbunden und beeinflusst sich gegenseitig. Deshalb sind Klimaschutzmaßnahmen außerhalb der Gewässer genauso wichtig wie innerhalb, dazu müssen wir die Emissionen reduzieren, aber auch mehr Meeresschutzgebiete einrichten.

Carsten: Neben großen, politisch ambitionierten Trendthemen, wie der Förderung von CO2 neutralen Antrieben, dem Ausbau erneuerbarer Energien oder dem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, brauchen wir auch pragmatisch und vergleichsweise schnell umsetzbare Nachhaltigkeitsinitiativen. Die Siegerprojekte des vergangenen Jahres haben bewiesen, wie kreativ Nachhaltigkeit angegangen werden kann und wie breit das Handlungsfeld ist. Wichtig ist für mich vor allem, dass die Initiatoren schon ein gewisses Durchhaltevermögen bewiesen haben. Sie haben gezeigt, dass sie von ihren Projekten und ihrer Wirksamkeit überzeugt sind. Das hat auch mich und uns als Jury letztlich überzeugt.

Welche Meilensteine sollte das eingereichte Projekte bereits erreicht haben, um nachweislich einen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz zu leisten?

Katharina: Für uns in der Jury ist vor allem wichtig zu sehen, ob es messbare Erfolge bezüglich Klima- oder Ozeanschutz bzw. Biodiversität gibt. Daher sollten die Projekte schon angelaufen sein, damit diese Erfolge auch zu beziffern sind. Damit wir entscheiden können, bei welchem innovativen Projekt die Fördersummen den größten Impact erzielen, ist auch die weitere Entwicklung in der Projektplanung für uns relevant.

Carsten: Unsere Fördergelder kommen den Planet Hero Award-Gewinnern innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren zugute. Auch das ist ein Signal in Richtung Nachhaltigkeit. Denn wir wollen die Bewerber dabei unterstützen, langfristig zu denken und auch einen konkreten Dreijahresplan zeigen zu können. Wie wollen sie ihr Projekt ausbauen und skalierbar machen? Wo kann man an Ideen anknüpfen? Wofür wird konkret eine finanzielle Unterstützung benötigt? Wenn wir uns dann für ein bestimmtes Projekt entscheiden, können die Projektsieger auf die volle Bandbreite unserer Unterstützung bauen: Dafür stehen wir mit unserem Namen.

Boris: Ja, umso mehr Projektschritte eine Initiative bisher umsetzen konnte, desto besser, um einen Konzeptnachweis zu erbringen. Die bisherigen Erfolge eines Projekts zeigen mir, wie gut es durchdacht ist, und sie zeigen auch, dass es das Potenzial hat, eine echte und spürbare Wirkung zu erzielen.

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Sabrina Heldmann

Dieser Artikel wurde von Sabrina Heldmann geschrieben.

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