1. Dezember 2016

„Alles bleibt anders!“ für die „Rasenden Reporter“

eule_blau_hoch_150x210Ein absolutes Highlight unter den Veranstaltungen der „Learning Week 2016“ war der Vortrag des preisgekrönten Trainers und Coaches Dr. Martin Wittschier, für den intelligentes Lernen unter dem Motto steht: „Alles beibt anders!“. Für die Learning Week wollte Dr. Wittschier aufzeigen, inwieweit unsere Haltung sowie der Zugang zu unseren persönlichen Talenten und Erfolgserlebnissen dazu beitragen kann, den Spaß am Lernen wiederzuentdecken. Denn Lernen ist die Erfolgskompetenz, die uns hilft, Veränderungen mit mehr Gelassenheit zu begegnen und aktiv zu gestalten. Hat Wittschier das geschafft?
Wir lassen unsere „Rasenden Reporter“ aus drei Perspektiven berichten.
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Danijela Ilic, Okan Kara, Dr. Wittschier, Felicitas Schmitz, Dila Yorulmaz

„Alles bleibt anders!“:  Woran denken Sie, wenn Sie das Wort „Transformation“ hören? Wahrscheinlich nicht an das Buch „Die kleine Raupe Nimmersatt“. Die kleine Raupe hatte den Mut, Neues zu entdecken und sich zu verändern. Und genau davon handelte der Vortrag: Wir müssen Transformationen annehmen und gestalten. Martin Wittschier gestaltete seinen Vortrag sehr lebendig, so dass ich interessiert folgen konnte.

Ich würde gerne einmal mit Ihnen, liebe Leser, testen. Falten Sie doch mal bitte die Hände. Wiederholen Sie es 5 Mal. Welcher Daumen war die ganze Zeit oben? Bei mir war es der rechte Daumen. Ich bitte Sie nun, die Hände andersrum zu falten, so dass der andere Daumen oben liegt. Wie fühlt es sich an? Komisch? Es ist der Kopf, der uns sagt, dass es komisch ist – aber eigentlich ist es nur anders.
Darum geht es, wir müssen unsere automatischen Funktionen ändern und wieder anfangen, bewusste Entscheidungen zu treffen. Wenn wir das schaffen, dann können wir auch unsere Verhaltensmuster ändern und steuern. Dafür müssen wir nur achtsam sein. Wie können wir das schaffen? Wir machen verschiedene Erfahrungen in unserem Leben. Manche davon werden zu Überzeugungen und Erwartungen. Läuft dann ein Prozess anders, oder antwortet eine Person anders als in unserer Erwartung, dann sehen wir es automatisch als falsch an. Aber es ist nicht falsch, sondern einfach nur anders!
Es war ein wunderbarer und interessanter Vortrag, der gerne hätte länger sein können. Herr Wittschier hat viele Anregungen gebracht und uns aufgezeigt, wie oft wir schon „Vorurteile“ haben. Alle Zuhörer haben oft schmunzeln müssen, denn wir fanden uns alle mehr als einmal in seinen Worten und Anekdoten wieder. (Felicitas Schmitz)

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Michael Mennig

„Alles bleibt anders!“: Der preisgekrönte Trainer und Coach Wittschier demonstrierte den Zuhörern, dass jeder Mensch sein Leben zum Besseren wenden kann, wenn er es nur wirklich will. Als bestes Beispiel führte er sich selbst an. Nach Jahren der Unzufriedenheit in seinem Job bei der Polizei, stellte sich Wittschier selbst vor die Wahl. Seine erste Option lautete: „Wenn ich die Situation nicht ändere, akzeptiere ich sie und höre auf zu jammern.“ Option zwei war: „Ich ändere meine Situation und mache etwas, was mich begeistert.“ Wittschier wählte die zweite Möglichkeit und wurde im Alter von 50 Jahren Experte in einem komplett neuen Berufsfeld.

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Dr. Martin Wittschier mit Handpuppe Paul

Um solch eine Veränderung herbeizuführen, müsse der Mensch jedoch etwas ganz Entscheidendes tun: aus seinen Gewohnheiten ausbrechen. Wittschier erklärte, dass das menschliche Gehirn zu 95 Prozent von unterbewussten und automatisierten Handlungen gesteuert wird. Er appellierte deshalb an die Zuhörer, achtsamer in ihrem Verhalten zu sein und „vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer zu werden“. Denn in jedem von uns steckt der Bedenkenträger, der stets flüstert: „Das darfst du nicht. Lass das lieber sein.“ Diesen gelte es zu überwinden. Doch wie soll das funktionieren? Wittschiers Antwort darauf: sich neuen Erfahrungen öffnen. Immer wieder betonte der Trainer, dass das Leben ein konstanter Lernprozess ist. Nur diejenigen, die neue Erfahrungen sammeln und frische Kompetenzen erwerben, bleiben in Zeiten rasender technischer Entwicklungen auf dem neuesten Stand. So wie die ältere Dame, von der Wittschier erzählte: Diese sagte immer, sie könne mit Technik nichts anfangen. Mittlerweile aber gehöre ein iPad zu ihrer Grundausstattung. Dieses Wissen habe sie durch die Motivation erworben, auch im hohen Alter noch regelmäßig die digitalen Fotos der Enkelkinder ansehen zu können.
Für Wittschier ein sehr gutes Beispiel: Durch Neugier und Leidenschaft entsteht die Motivation, die Menschen ihre Ziele verfolgen lässt. Dazu gehöre aber auch die Bereitschaft, Altbewährtes loszulassen. Deswegen kehrte Wittschier am Ende seines unterhaltsamen Vortrages auch noch einmal zu dem Schmetterling zurück, der sich aus der Raupe Nimmersatt entwickelt hat: „Wenn der Schmetterling immer in seinem warmen Nest bleibt, wird er auch nie erfahren, wie schön es ist, zu fliegen.“ (Michael Mennig)

 

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Okan Kara, Dilâ Yorulmaz, Danijela Ilic

„Alles bleibt anders!“: „Wenn wir nicht mit der Zeit gehen, werden wir mit der Zeit gehen“, mit diesem Zitat leitet Dr. Wittschier seinen Vortrag über die ständige digitale und gesellschaftliche Transformation ein. Doch was meint er eigentlich mit „…werden wir mit der Zeit gehen“?
Stellen Sie sich einen Käfig vor. Jeder von uns baut sich seinen eigenen. Werkzeug ist unsere Lebenserfahrung, welche einerseits unserem Überlebensinstinkt beiträgt, doch auch zur selben Zeit die größte Blockade für uns darstellt, denn Erfahrungen sind nicht immer wahrheitsgetreu. Erleben wir eine schlechte Erfahrung, versuchen wir diese Art von Situationen zu meiden, damit uns in Zukunft nicht dasselbe Schlechte widerfährt. Doch ist uns eigentlich bewusst, was wir dadurch verpassen?

Martin Wittschier geht auf die 95/5 Formel ein, welche genau diesen Vorgang hervorhebt. Wussten Sie, dass sich 95% der Dinge im Alltag automatisch abspielen? Lediglich 5% steuern wir bewusst. Stellen wir uns nun folgende Situation vor: Wir wachen morgens auf, es ist 07:10 Uhr. Nichts Neues für uns, denn jeden Tag klingelt um diese Uhrzeit der Wecker. Sogar das Tippen auf die Schlummertaste ist in uns programmiert. Danach folgt dieselbe Routine, alles in derselben Reihenfolge. Eigentlich nichts Neues oder?
Doch am nächsten Morgen klingelt der Wecker nicht. Akku leer. Wir stehen erst um 8 Uhr auf. Eine Veränderung in unserem Prozess. Was machen wir jetzt? Wir fangen an zu jammern. Es passt uns nicht in den Kram, da der Autopilot ausgeschaltet ist. Wir befinden uns außerhalb der 95%. Herzlichen Glückwunsch! Das war der Schritt aus dem Käfig. Komisches Gefühl, was? Auf einmal nehmen wir alles wahr. Jede Tür, die wir öffnen, da sie plötzlich im Weg steht. Die Arbeitsstrecke scheint plötzlich so lang zu sein. Auf einmal sehen wir ganz andere Gesichter, als wir es gewohnt sind. Die Herausforderung ist es nun, neue Erfahrungen zuzulassen, den Mut zu haben, etwas Neues zu entdecken, die Blockade in unserem Gehirn zu durchbrechen und unserem Überlebensinstinkt deutlich zu machen, dass der Schritt aus dem Käfig nicht das Aus für uns bedeutet. Im Gegenteil! Nur diejenigen, die sich an die Gegebenheiten anpassen werden zurechtkommen. Diejenigen, die es nicht tun „…werden mit der Zeit gehen“.

Der Vortrag hat uns selber sehr inspiriert. Man sagt oft, je älter man wird, desto weniger traut man sich, auszubrechen. Die Angst zu versagen überwiegt. Doch ist diese Sorge berechtigt? Wenn Sie uns fragen? Nein! Werden wir Täter und bleiben nicht länger Gefangener unseres eigenen Käfigs! Sehen wir das Positive in dem Moment! Nehmen wir uns ein Beispiel an den Kindern. Selbst Pippi Langstrumpf nimmt ihr Pferd überall hin mit.
Also hören wir jetzt auf zu jammern und nutzen unsere 5%! (Dilâ Yorulmaz, Danijela Ilic, Okan Kara)

 

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Werner Haller

Dieser Artikel wurde von Werner Haller geschrieben.

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