13. Oktober 2021

Fü(h)reinander funktioniert nur miteinander

Vor wenigen Tagen hielt ich die Ergebnisse unseres ersten, unternehmensweiten Fü(h)reinander-Feedbacks in den Händen. Darin bewerten die Mitarbeitenden der Zurich Gruppe Deutschland ihre Führungskräfte und leitenden Experten in ihrem Verhalten und Umgang gemäß unserer sechs Führungsleitlinien mit dem Titel „Fü(h)reinander“. Ein besonderer Moment, denn „Fü(h)reinander“ war ein weiter Weg.

Aus der Mitte des Unternehmens entstanden

Gestartet ist die Initiative dazu Anfang 2019 unter dem Namen „Führungsdialoge“. Im Rahmen dieser Dialoge haben über 200 Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen und Hierarchieebenen die Führungsleitlinien von Zurich in Deutschland entwickelt. Entstanden ist damit das erste einheitliche und aus der Mitte des Unternehmens entwickelte Führungsleitbild mit den sechs Grundsätzen Verantwortung übernehmen, Individualität respektieren, Wertschätzung leben, Vertrauen schenken, Leistungen ermöglichen, Vorbild sein. Diese Grundsätze beschreiben nicht nur, wie wir unsere Mitarbeitenden führen, sondern auch, wie wir uns tagtäglich bei unseren Aufgaben mit Respekt und Wertschätzung gegenübertreten und vertrauensvoll und konstruktiv zusammenarbeiten. Wir haben diese Leitsätze mit konkreten Beispielen aus unserem Arbeitsalltag versehen, damit alle wissen, was damit gemeint ist.

Im nächsten Schritt entstand – ebenfalls aus der Mitte heraus – „Fü(h)reinander – Mein Beitrag“. Mitarbeitende haben einen direkten Anteil an erfolgreicher Führung. Deshalb haben wir in „Mein Beitrag“ konkretisiert, wie wir alle zur Umsetzung des Leitbildes und zu einem konstruktiven Miteinander beitragen können. Führung ist keine Einbahnstraße. Bei „Fü(h)reinander“ sind alle gefordert; es funktioniert nur miteinander.

Wir hatten über 200 Beteiligte an dem gesamten Prozess und das fast über zwei Jahre. Konzipiert und vorangebracht hat „Fü(h)reinander“ Patrizia Braun, die die Initiative seit dem ersten Tag leitet. Und der Aufwand dafür hat sich gelohnt. Keiner sagt: Was haben die da oben denn schon wieder gemacht? Es gibt eine große Akzeptanz in der Belegschaft, auch weil wir von Anfang an mehr als 200 Multiplikatoren hatten. Ich habe leider schon oft erlebt, dass Leitbilder entwickelt, aber nicht konsequent umgesetzt worden sind. Das gilt definitiv nicht für unsere sechs Grundsätze – sie finden einfach überall statt: bei der Personalauswahl, im Mitarbeitendengespräch, in unseren Führungstrainings – alles orientiert sich an den Fü(h)reinander-Leitsätzen. Und bei all dem ist der sechste Grundsatz der wichtigste: Vorbild sein. Alles beginnt bei mir, heißt es da. Wenn also der Vorstand nicht daran glaubt, wird das nichts. Ich kann von meinen Mitarbeitenden nichts verlangen, wofür ich nicht selbst stehe.

Wertschätzung schafft Wertschöpfung

Dass uns das mit Fü(h)reinander gut geglückt ist, sehen wir nicht nur am Fü(h)reinander Feedback: 79 Prozent haben die Gelegenheit wahrgenommen, ihre Führungskraft oder leitenden Experten zu bewerten und im Mittel sind kaum mehr kritische Punkte zu verzeichnen.

Auch unser ENPS – der Employer Net Promoter Score – untermauert den positiven Wandel unserer Kultur. Beim ENPS wird abgefragt, ob Mitarbeitende ihr Unternehmen als Arbeitgeber an Bekannte, Freunde oder Familie weiterempfehlen würden. Ein Ergebnis kann zwischen -100 und +100 liegen und ist weltweit mit anderen Unternehmen aller Branchen vergleichbar. Ende 2017 hatten wir an ein paar Stellen noch Optimierungsbedarf. Wir liegen mittlerweile bei einem ENPS-Score von +59. Wichtiger als diese Zahl finde ich aber, dass man diese Veränderung richtig spürt: Die Leistungsbereitschaft der Leute ist gestiegen, weil es richtig Spaß macht für unser Unternehmen zu arbeiten.

Auf der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu konnten wir unseren Kulturwandel ebenso nachvollziehen. Wir haben hier einen Score von 4,6 von maximal 5 erreicht und das bei insgesamt 300 Bewertungen allein im Jahr 2021. Das hat sich auch sehr positiv auf den Recruiting-Prozess ausgewirkt. Zusammen mit Kununu hat uns das Magazin Focus darüber hinaus in die Liste der Top-Arbeitgeber Deutschlands 2021 aufgenommen: Wir haben es geschafft, im Ranking der Unternehmen über alle Branchen hinweg auf Rang 20 zu landen.   Damals, 2018, haben wir gesagt, wir brauchen einen Kulturwandel, um nachhaltig erfolgreich am Markt zu bleiben. Und genau das leben wir heute, denn Wertschätzung schafft Wertschöpfung!

Uwe Schöpe

Dieser Artikel wurde von Uwe Schöpe geschrieben.

Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Zurich Gruppe Deutschland

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