25. Januar 2019

Mein Biathlon nach Oberhof

Biathlon – Skilanglauf und Schießen. Eine interessante Kombination. Dass ich mich dieser Challenge selbst einmal stellen würde, hätte ich bis kurz vor dem IBU Biathlon Welt Cup 2019 im thüringischen Oberhof nicht gedacht. Aber da Zurich dort eines der Feuer und Flamme-Events ausrichtete, lag es quasi auf der Hand, dort die Zurich Flagge hoch zu halten und den Aufbau zu checken. So trat ich am 11. Januar früh morgens um 6 Uhr (für mich allein schon eine sportliche Leistung!) den Weg nach Oberhof an. Ihr ahnt vielleicht schon, dass ich nicht selbst als Athlet dorthin fahre, aber die Anreise in diesem Januar, wo Süddeutschland und die Alpenregion bereits komplett meterhoch im Schnee versunken sind, ist meine Fahrt nach Oberhof ebenfalls fast wie Skifahren, denn die linke Autobahnspur ist ab Gießen auf der A5 Richtung Osten mit Schnee bedeckt.

Zurich Banden im Rahmen des Sponsorings

Einer von 24 Shuttle-Bussen mit Zurich Werbung

 

Zurich Sponsoring beim WeltCup

Trotz der widrigen Wetterbedingungen – in Oberhof schneit es kräftig – bin ich um 11 Uhr vor Ort. Vom Parkplatz aus startete ich in einem der 24 Shuttle-Busse, auf denen mich unsere Werbung anlächelte: „Starke Leistung, verdient starke Leistung!“. Der Slogan für die aktuelle Werbung unserer Unfallversicherung ist sehr passend, auch hier. Ein Teil unseres kleinen Sponsoring-Paketes im Rahmen der Feuer und Flamme-Spendenfahrradaktion, zu dem ebenso die großen Banden am Eingang und auf dem Weg in die Arena gehörten. So stampfe ich in meinen Boots den knöcheltiefen Schnee den Hang hinauf zum Event-Gelände.

Dort begrüßt mich Stefan Wobbe, der nicht nur als unser Versicherungspartner vor Ort, sondern auch zugleich als Vizepräsident des Thüringer Skiverbands, unser Bindeglied zum Event ist. „Der Biathlon Cup ist der größte Event hier in der Region,“ sagt er. „Wir haben dieses Jahr bereits vor dem Schnee im November angefangen, hier alles aufzubauen“. Und welche Logistik hinter so einem riesigen Sportevent mit TV-Übertragung hängt, kann man nur erahnen. Ich lerne auch Christof Gellert von der organisierenden Eventagentur kennen. „Heute sind alle etwas aufgeregt, denn der Chef ist da!“ verrät er mir. Wen er mit Chef meinte, sehe ich dann bei der Eröffnungsrede von Moderator, 5-fachem-Weltmeister und 2-fachem Olympia-Sieger (Wow!) Frank-Peter Rötsch. Er begrüßt mit Unterstützung der applaudierenden Gäste den IOC Präsidenten Thomas Bach auf der Bühne zu einem kleinen Interview, in dem er die Organisation und die Bedeutung dieser Veranstaltung hervorhebt. 

Stefan Wobbe und ich im VIP-Zelt
Thomas Bach und Frank-Peter Rötsch im Interview

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Feuer und Flamme im Schnee

Auf dem Festgelände war unsere Feuer und Flamme Tour mit dem Spendenfahrrad eines der Highlights. O-k-a-y, radeln im Schnee hatte ich auch noch nicht und da schon leicht angefröstelt, stieg auch ich auf das Rad, um mir Wärmereserven für den bevorstehenden Besuch in der Biathlon-Arena anzulegen. Unsere Zurich Zelte versanken fast im Schnee und Promoterin Denise tänzelt zur Partymusik von der Bühne: „Ich muss mich ja irgendwie warm halten“ grinst sie mich an. Und es ist ganz schön was los an unserem Stand. Fleißig strampeln die Besucher, wohl auch um der unerbitterlich die Beine hochkriechenden Kälte zu entfliehen. Immerhin sind am Ende 300km zusammengekommen und somit eine tolle Spende von Zurich für den lokalen Skiverein.

Denise betreut unsere Feuer und Flamme Action

 

Meine Aufwärmrunde vor dem Arena-Einlauf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mitten unter Athleten und Soldaten

Dann breche ich mit Christof zur Wettkampf-Arena auf. Er hatte mir Einblicke hinter die Kulissen versprochen und so geht es an allen Sicherheitsposten vorbei in die Tunnelgänge unter der Arena, durch die die Sportler hindurch müssen, um wie aus einer Bühnenklappe direkt beim Start aufzutauchen. Es irritiert mich noch, dass bewaffnete Bundeswehr-Soldaten als Security im Tunnel stehen. „Die Sportler schießen mit scharfen Waffen, da muss neuerdings das Heer ran“ erklärt er mir. Und dann stehe ich plötzlich direkt am Start, mitten unter den Athleten und neben dem Moderator, der dem johlenden Publikum einheizt und jeden Sportler einzeln ankündigt. Irgendwie cool – ich schaue direkt auf die große Anzeigetafel, die stets auch im TV sichtbar ist und auf die gegenüberliegenden Zuschauermengen auf den Tribünen. Das ist mal wirklich mittendrin, statt nur dabei, denke ich und schon fordert mich Christof auf: „Komm mal mit“ und läuft erneut durch einen weiteren Tunnel, an dessen Ende wir direkt am Schießstand bei den Schützen stehen, wo eigentlich nur die Presse hindarf. Endlich, ich darf auch schießen – Fotos allerdings für unsere Social Media Kanäle, das ist ja mein Auftrag. Aber näher dran ist kaum einer und somit kann ich den zweiten Part meines persönlichen Biathlons erfüllen.

Dicht dran an den Athleten
Seitenwechsel: Gegenüber der Tribüne beim Moderator

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als um 14.30 Uhr der Wettkampf „10 km Sprint der Männer“ startet, müssen wir dann doch wieder auf die Tribüne, von der ich den Start beobachte. Zwischenzeitlich schneit es kräftig und es ist im Stadion kaum etwas zu erkennen. Meine Restwärme vom Radeln ist eh komplett aufgebraucht und so geht‘s durch den Schnee ins Zelt. Hier wärme ich mich auf. Rundum ein tolles Event, mit beeindruckenden Erlebnissen, die ich gerne mit nach Hause nehme. Und so finde ich mich tags drauf vor dem Fernseher wieder und schaue mir das bunte, (noch heftigere Schnee-)Treiben diesmal vom Sofa aus an. Hat ja auch was…

Ganz dicht bei den Schützen, Martin Fourcade (F) 7. Platz
Die Arena Oberhof von oben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[Gesamt:2    Durchschnitt: 5/5]

Johannes van Hamme

Dieser Artikel wurde von Johannes van Hamme geschrieben.

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