7. September 2021

Online Schooling – Ein Fluch oder ein Segen?

Zum September hat die Ausbildung sowie das neue Semester für ein Duales Studium im Versicherungswesen begonnen. Alena Ohanka und Juliana Eder – eine Auszubildende und eine Duale Studierende bei Zurich – berichten, wie sie die vergangene Zeit in der Berufsschule und an der Dualen Partnerhochschule, der HWR Berlin, während der Corona-Pandemie erlebt haben:

Online-Schooling an der Berufsschule

Zu Beginn waren wir etwas skeptisch: keine einheitlichen Programme, keine festen virtuellen Unterrichtszeiten und eine Menge Aufgaben, die deutlich mehr Zeit in Anspruch nahmen als die Unterrichtsstunden sowie die Nacharbeitung.

Allerdings hat sich Online-Schooling in der Berufsschule bewährt. Die Lehrer und Lehrerinnen, bzw. die Schule hat sich schnell auf ein einheitliches Programm geeinigt, das Aufgabenpensum wurde zwischen den Lehrern abgesprochen und es gab, einhergehend mit der Schulplattform, ein Fragenportal.

Wir konnten die Vorzüge der eigenständigen Zeiteinteilung und somit des Ausschlafens ausnutzen. Aber auch die Fahrtzeit fiel weg, sodass man die Zeit viel besser nutzen konnte.
Oft spricht man von Flexwork – wir haben daraus Flexschooling gemacht: Schule und Privatleben flexibel gestalten.
Nicht nur die Studierenden haben den ein oder anderen Arbeitsauftrag auf den Nachmittag gelegt, sondern auch einige Lehrende beispielsweise ihre Klausuren.

Wir haben unsere Kommilitonen und Kommilitoninnen zwar nicht gesehen, aber wir waren im ständigen Austausch. Natürlich auch mit Videochats, sodass wir uns jedenfalls virtuell sehen konnten.

Auch hier bringt das Home Schooling viele Vorteile mit sich. Normalerweise klärt die Lehrkraft meist sofort alle Fragen und erklärt die Unterrichtsinhalte. Nun wurde dies zu unserer Aufgabe – der große Vorteil an der Gruppenarbeit ist, dass man durch das Diskutieren die Lehrinhalte weiter festigt und sicherer wird. Besonders gut ist es, wenn man anderen Schülern etwas erklärt, um das gelernte zu wiederholen.

Auch in Bezug auf Digitalisierung hat sich mit der Corona Krise viel verändert. In vielen Schulen war dies schon lange überfällig – so wurde ein schneller Wandel „erzwungen“, dieser auch zukünftig Vorteile für Studierende bringen wird.
Rückblickend hat das Online-Schooling sehr gut funktioniert. Aber wir freuen uns natürlich unsere Mitschüler wiederzusehen und wieder mehr Normalität zu haben.

Drei Semester Online-Studium an der HWR in Berlin

Das Studentenleben hatten wir alle uns etwas anders vorgestellt- nämlich an der Partnerhochschule in Berlin.

Nach dem ersten Wintersemester 2019 vor Ort wurde das Sommersemester mit Ausnahme einer Prüfungsleistung bereits vollständig virtuell abgehalten. Die Umstellung war zunächst nicht ganz einfach und an Beschwerden über die Technik wurde sich nicht zurückgehalten. Nach einer Eingewöhnungsphase im zweiten Semester fanden sich dann allerdings alle gut zurecht. Online-Vorlesungen haben immerhin auch Vorteile. Die Möglichkeit auf den Bahamas ein Fernstudium in Berlin zu absolvieren hat zwar keiner in unserem Kurs wahrgenommen, wohl aber die Ausschlafoption mit anschließendem Frühstück während der ersten Vorlesung. 

Die Studieninhalte wurden unterschiedlich je nach Präferenz der Dozenten und Dozentinnen vermittelt. Viele haben auf synchrone Lehre gesetzt, während ein paar wenige einzelne Sprechstunden zu vorgegebenen Lerninhalten präferiert und mehr auf die Eigeninitiative der Studenten gesetzt haben. Durch Kahoot-Quizes nach den Lerneinheiten oder auch mal eine kleine Yogaeinheit während der Vorlesung haben Abwechslung in den teilweise eintönigen Online-Uni-Alltag gebracht.

Die Prüfungen fanden zum großen Teil online statt. Da der Berliner Senat eine Corona Regelung verabschiedete, die alle Klausuren, die während der Pandemie geschrieben wurden als „Freiversuch“ gelten, bei dem man nicht durchfallen kann, konnten wir unsere erste Online-Klausurenphase beginnen. Doch die lief leider nicht so einfach, wie man sich das vorstellt, da Online-Klausuren eine komplette Umstellung im Lernverhalten darstellen. In Open-Books-Klausuren darf man theoretisch all sein Unterlagen als Spicker verwenden. Die Aufgabenstellungen waren in dem Fall natürlich so gestellt, dass das einem oft nur wenig gebracht hat.

Wir freuen uns im fünften Semester wieder zumindest für ein paar Tage in Berlin zu sein und unter den entsprechenden Corona-Maßnahmen unsere Kommilitonen und Kommilitoninnen zu treffen.

Alena Ohanka und Juliana Eder

Dieser Artikel wurde von Alena Ohanka und Juliana Eder geschrieben.

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