14. Dezember 2021

Design Thinking Praxis Workshops – Eine kreative Auszeit im Arbeitsalltag zu praxisrelevanten Fragen

Im April haben Hans-Georg und Renate berichtet wie die Forschungsreise „Innovation Expedition“ begann und wir unter der Reiseleitung von J2C die spannende Welt des „Design Thinking“ entdeckten. Alle Teilnehmenden der Expedition waren von den Erlebnissen sehr begeistert, so auch ich, die schon recht früh in Berlin mit dabei sein durfte. Die Eindrücke waren so stark, dass wir die Erfahrungen sehr gerne in unseren Alltag einbringen wollten, die Teilnehmenden aber nicht den „Pack an“ fanden, zu unterschiedlich schienen die Welten.

Doch was war es, das uns so begeisterte und motivierte?

Ganz klar, die Atmosphäre und das Ambiente waren einfach anders – leicht, offen ungezwungen. Essen in den Räumen, um sich auszutauschen, aber man war nie ganz raus, abends noch gemeinsam essen und zusammensitzen. Insbesondere lebten diese Elemente aber von den Menschen, die dabei waren.

Die Art, zu Arbeiten war anders:

  • Es waren alles Zurich Kolleg:innen, die in den wenigsten Fällen schon einmal zusammengearbeitet hatten. Aber das machte nichts – als Team hatten wir den festen Willen unsere Aufgabe, die allerdings frei erfunden war, bestmöglich zu lösen
  • Im Gegenteil – es war einfach großartig, gemeinsam den Blick über den Tellerrand zu werfen und neue Aspekte kennenzulernen.
  • Wir hatten einen Coach, der uns durch den Prozess leitete. Er hatte die ganze Zeit einen Plan, wie der Prozess zu laufen hatte, auch wenn es sich für uns teilweise chaotisch anfühlte und irgendwie unstrukturiert.
  • Gefühlt hatten wir immer zu wenig Zeit – die eingeräumte Zeit schien immer zu kurz, um eine sehr gute Qualität und Präsentation zu bekommen
  • Wir hatten doch die Aufgabe verstanden und schon so viele Ideen, wie die Aufgabe im Sinn der Nutzer zu lösen sei – und dann mussten wir uns erst einmal mit fremden Menschen auf der Straße unterhalten und sie zu unserer Aufgabe interviewen.
  • Erstaunlich war: die meisten gaben uns bereitwillig Auskunft und schienen erfreut, uns helfen zu können, in dem sie unsere Frage beantworten und etwas von sich mitteilen…
  • Okay, da erfuhren wir dann schon Aspekte, die wir so nicht auf dem Schirm hatten: solche,  die dem Nutzer wichtig waren, um das Produkt dann auch gut zu finden…
  • Nachdem die Informationen geteilt, zusammengefasst und ausgewertet waren, zeichnete sich ein klareres Bild, was eine Lösungsidee zur gestellten Aufgabe sein könnte.
  • Mit viel Spaß und Elan wurde dann die Idee in einem sogenannten Prototypen anfassbar gemacht – es war irgendwie wie Basteln ….
  • Abschließend erhielten wir wieder Feedback von Menschen aus der Nutzergruppe. Egal wie es ausfiel – es hat uns immer weitergebracht.

Im Kern geht es um Teamwork, Zugewandtheit, Zuhören, Verstehen und darum, Feedback einzuholen und zu berücksichtigen.

Worauf kam es also an:

  • Fragestellungen zu identifizieren, die uns als Zurich bewegen,
  • Spezialisten einzubeziehen, damit die Lösungsansätze weiterverfolgt werden können
  • Interessierte Kollegen aus verschiedenen Bereichen in Teams zusammenzubringen
  • Räume entsprechend auszustatten und eine passende Atmosphäre zu schaffen
  • Nutzer als Interviewpartner und Feedbackgeber zu gewinnen
  • Und ganz wesentlich: über Coaches die Methodenkompetenz sicherzustellen

Diesen Rahmen füllten  die Teilnehmenden dann mit einem offenen und wertschätzenden Spirit, der durch die Methode Design Thinking noch beflügelt wurde.

Design Thinking Praxis Workshops

Mit dieser Erkenntnis gingen wir in die Planung, dies auch in unserem Alltag zu berücksichtigen. Wir waren überzeugt, dass wir die Innovation Expedition von Berlin in die ZGD holen konnten.

Und tatsächlich: Heute sind die Design Thinking Praxis Workshops, von denen auch Tatiana berichtete fester Bestandteil in unserer Jahresplanung. Auch wir haben unsere Erfahrungen gemacht und das Feedback für Anpassungen des Workshops genutzt.

Mit Corona waren wir gefordert, die Praxis Workshops in ein Remote-Format zu überführen. Auch dies ist gelungen, da der Kern der Methode, es geht um die Haltung, unabhängig vom Raum ist.

Mit Mural haben wir ein Tool entdeckt, das Brainstorming und andere kollaborative Elemente auch auf die Distanz ermöglicht und wesentliche Erleichterung in Vorbereitung und Dokumentation bietet.

Zwischenzeitlich haben wir Kolleg:innen zu Design Thinking Coaches@ZGD ausgebildet. Wir nennen uns die CAPTNs und haben auch schon weitere Design Thinking Formate entwickelt, die je nach Fragestellung und Anforderungen zur Anwendung kommen. Mehr dazu bei Gelegenheit.

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Claudia Oberdorfer-Küsters

Dieser Artikel wurde von Claudia Oberdorfer-Küsters geschrieben.

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