2. Dezember 2020

Funktioniert Design Thinking auch remote? – ein Design Thinking Coach berichtet

Hallo, ich bin Tatiana und mache bei Zurich gerade eine Ausbildung zum Design Thinking Coach.

Seit zwei Jahren führt die Zurich Versicherung zusammen mit den Coaches von unserem Partner Journey2Creation (J2C), einer Agentur, die im Bereich Unternehmertum, Neue Arbeitsweisen und Potenzialentfaltung tätig ist, regelmäßige Design Thinking Workshops für die Mitarbeitenden durch. Die Reise begann bereits 2017 in Berlin mit der „Innovation Expedition“, zu der sich Mitarbeitende bewerben konnten, um agile Arbeitsmethoden kennenzulernen. Die Resonanz war riesig: Rund 500 Mitarbeitende nahmen die Reise in die Innovationswelt auf sich. Design Thinking (DT) ist ein Prozess, um komplexe Probleme zu verstehen und nutzerorientierte Lösungsansätze innovativ zu entwickeln.

Design Thinking auf remote

Diese Art zu Arbeiten fand große Begeisterung, sodass später weitere Workshops zu verschiedenen Themen, wie beispielsweise Nachhaltigkeit und Sustainable Employee veranstaltet wurden, aufgrund der Corona Pandemie sogar komplett remote. Das heißt, die Mitarbeitenden und Coaches haben sich von Zuhause via Microsoft Teams in einem „virtuellen Raum“ getroffen und zusammengearbeitet. Bei dem Remote Formaten gibt es natürlich einige Unterschiede zu einem Live-Workshop: Wir verwenden keine Flipcharts, Metaplanwände, Legobausteine oder ähnliches, sondern greifen auf MS Teams und ein digitales Whiteboard zurück. Dies ermöglicht es uns, komplett von Zuhause in einer lockeren und harmonischen Atmosphäre einen Lösungsansatz zu entwickeln.

Design Thinking geht auch virtuell

Vom Studium zum Design Thinking Coach

Durch mein Studium habe ich bereits erste Erfahrungen sammeln können, wie beispielsweise durch DT ein Produkt in kürzester Zeit und am Nutzer orientiert entwickelt werden kann. Nun hatte ich die Möglichkeit, mich in den Workshops weiter mit dem Thema zu beschäftigen und an innovativen Ideen zu feilen. Ich finde es sehr interessant, dass man durch die verschiedenen Schritte der DT Methode bei einer Idee nicht nur in eine Richtung schaut, sondern in viele verschiedene und besonders in die des Kunden. Man versucht, diesen kennen zulernen, seine Bedürfnisse zu analysieren und das persönliche Anliegen zu verstehen, um entsprechend innovative Ideen mit tiefgründiger Lösung und Feedback durch Tester zu entwickeln. Denn die erste Idee ist oft nicht so „perfekt“, wie man vielleicht denkt. Oft hat man viele wichtige Faktoren vergessen, mit einzubeziehen. Durch diese Methode läuft man nicht konstant in eine Richtung, sondern man bewegt sich vor uns zurück, passt Dinge an, testet und feilt herum, denn dann erst wird die Idee komplett rund. Dieses Know-how ist eine echte Bereicherung für Zurich, daher werden nun auch Mitarbeitende durch unseren Partner J2C zu Design Thinking Coaches ausgebildet. Auch ich werde die Ausbildung beginnen und kann so künftig selbst Workshops durchführen und mit der Unterstützung von J2C weitere Mitarbeitende schulen.

Was sind die Vorteile von Design Thinking?

Zurich nutzt Design Thinking Workshops, um verschiedene Fragestellungen aus unterschiedlichen Bereichen zu klären und dadurch Prozesse zu optimieren, Lösungen zu entwickeln oder neue Innovative Ideen umzusetzen. Zurich kann sich somit besser an die Bedürfnisse der Kunden – ob damit die Mitarbeitenden, der Vertrieb, oder der Versicherungsnehmer gemeint ist – schnell und einfach orientieren. Dies dient nicht nur zur Kostensenkung, Effizienz- und Effektivitätssteigerung, sondern auch zur Vernetzung der Mitarbeiter untereinander. Um Lösungsansätze zu verbinden, Informationen weiter zu tragen und Kommunikationsschleifen zu vermeiden, ist ein ressortübergreifender Austausch sehr wichtig.

Wie läuft so ein Design Thinking Workshop konkret ab?

In den Workshops fokussieren wir uns auf die vorher definierte Fragestellung eines „Problems“ und versuchen dieses dann gemeinsam zu verstehen und eine „Persona“ zu kreieren, auf die später die Ideen aufgebaut werden. Dafür entwickeln wir anhand eines Brainstormings eine große Anzahl an Ideen, wovon gemeinsam die Besten ausgewählt und ausgebaut werden. Um die Kreativität weiter anzukurbeln, nehmen wir auch oft eine entgegengesetzte Perspektive ein und lassen verrückte Ideen zu.  Nach diesen Schritten bringen wir die Ideen auf einem Punkt, indem wir auf den Kern und den Mehrwert für den Kunden, also die „Persona“, eingehen und diese beschreiben. Dies bildet den Grundstein für das „Prototyping“. Beim Prototyping bauen wir die fokussierte Idee aus und nutzen dafür verschiedene Werkzeuge wie Videoclips, Comics oder ähnliches. Die ausgebaute Idee wird anschließend vertestet. Dafür führen die Teilnehmer mit einer oder mehreren Testpersonen ein Interview und nehmen das Feedback auf. Sollte der Tester Anmerkungen oder Tipps zur Verbesserung haben, werden diese gemeinsam nochmal in die Idee eingebaut. Man springt also wieder zurück zum „Prototyping“. Danach folgt bei eine Abschlusspräsentation, bei der die Idee präsentiert wird.

Bei den Workshops – ob vor Ort oder remote – achten die Coaches von J2C sehr darauf, dass immer wieder Pausen und Lockerungsübungen, auch „Eisbrecher“ genannt, gemacht werden. So bleiben alle Teilnehmer mit Freude bei der Sache und die Kreativität geht nicht verloren. Zudem stärken diese auch das Wir-Gefühl und die Motivation. Die Coaches sind immer dabei und unterstützen die verschiedenen Teams in ihrer Arbeit, geben Feedback und bringen sie falls notwendig wieder auf die „richtige“ Spur.

Das war erst einmal ein kleiner Einblick. Wie es mit dem Design Thinking bei Zurich weitergeht und wie meine Ausbildung zum Design Thinking Coach läuft, berichte ich Euch dann beim nächsten Mal…

[Gesamt: 21   Durchschnitt:  4.8/5]

Tatiana Dedich

Dieser Artikel wurde von Tatiana Dedich geschrieben.

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